Zu Tisch mit Tschanz "Lebensschule Sport II"


In meinem Leben als Sportler durfte ich schon von zahlreichen Erfahrungen profitie­ren. In meiner vorherigen Kolumne habe ich schon ein paar Punkte erwähnt. Ohne Fleiss kein Preis. Fehler zu machen ist okay, aber nach dem Begehen gilt: analysieren, ändern, weiter trainieren. Mentale Stärke entscheidet über Sieg und Niederlage. Was habe ich in meiner jungen Karriere sonst noch gelernt?


Mentale Stärke hilft, Niederlagen und Misserfolge schneller zu ver­kraften!

Heutzutage verdaue ich Misserfolge besser, weil ich nach dem Match einsehen kann, dass ich alles gegeben habe und dass Vergangenes nicht beeinflussbar ist. Rückschläge gehören zum Weg an die Spitze dazu und am Schluss gewinnen jene Athleten, die am meisten aus ihren Nieder­lagen gelernt haben und ihre Rückschläge wegstecken konnten. Ich habe vor zwei Wochen an der Schwei­zermeisterschaft im Achtelfinal verloren, nachdem ich zwei Jahre zuvor bis ins Halb­final vordringen konnte. Trotz meiner Ambitionen, den Titel zu gewinnen, hat es nicht geklappt, mein Gegner war an diesem Tag einfach besser. Ich habe dies akzeptiert. Nach der Niederlage habe ich mich mit meinem Trainer zusammengesetzt, das Turnier und meine Fehler analysiert und mich bereits zwei Tage später auf das Liga­spiel in Frank­reich vorbereitet. Früher wäre dieses schnelle Abhaken nicht möglich gewesen, da ich tagelang mit mir gehadert und der verpass­ten Chance hinterhergesehen hätte.

Ein weiterer Punkt ist: Ohne Regene­ration kein Erfolg. Genau wie Muskeln im Schlaf wachsen und nach einem harten Training neu und stärker aufgebaut werden, verbessert man sich im Tischtennis auch neben dem Tisch. Um ein gewaltiges Trai­ningsprogramm durchzuziehen, ist die Hygi­ene für Körper und Geist das Wichtigste. Ich achte momentan gut darauf, dass meine Trainings qualitativ nicht zu über­treffen sind. Vor den Matches höre ich aber auf meinen Körper. Wenn ich nur ein Trai­ning machen sollte, um am nächsten Tag fit zu sein, dann mache ich das. Früher wollte ich unbedingt meinen Plan durchziehen und war ab und zu an den wichtigen Match­tagen ausgelaugt. Vor allem seit meiner Hüftverletzung sind Regeneration und das Hören auf meinen Körper unabdingbar.

Diese Erfahrungen prägen mich als Sport­ ler und Mensch und helfen mir, im Leben weiterzukommen. Während all dieser Aktivi­täten versuche ich, im Moment präsent zu sein und diesen zu geniessen. Etwas, das jeder wieder ein bisschen mehr machen und sich dessen auch bewusst werden sollte.


Die Kolumne ist am 17.03 2022 in der Volksstimme - Die Zeitung für das Oberbaselbiet erschienen.

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